Zufrieden im Job? – Das LEA-Prinzip

Ich lese immer mal wieder Beiträge über Themen wie „Wenn beim Arbeiten der Sinn abhandenkommt“, „Nur arbeiten, um Geld zu verdienen?“, „Brown-out auf dem Vormarsch“, etc.. Okay, das sind gute, wichtige Themen – und jetzt? Was heisst das konkret für mich als Führungskraft oder Mitarbeiter? 

 

Daher habe ich mir die Frage gestellt, was mir persönlich eigentlich Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit beim Arbeiten verschafft. Grundsätzlich ist meine Zufriedenheit (und auch meine Leistung) natürlich von vielen Faktoren abhängig, wie z.B. von meiner Ehe, meiner Familie und meinem sozialen Umfeld. Was aber sind im Job die Dinge, die mir Zufriedenheit, Sinn und Erfüllung geben? Was brauche ich, um mich im Job wohl zu fühlen? Warum komme ich am Morgen gerne ins Büro? Wann fühle ich mich und meine Arbeit wertgeschätzt? Oder allgemein:

– Was macht mich zu einer zufriedenen Führungskraft bzw. zu einem zufriedenen Mitarbeiter? –

 

LEA – Lernen, Einfluss, Anerkennung

Für mich persönlich habe ich die folgenden drei Aspekte definiert, die ich zusammenfassend das „LEA-Prinzip“ genannt habe:

  • Lernen: In meinem Umfeld als Unternehmensentwickler / Berater / Coach ist es mir wichtig, dass ich mit Menschen zu tun habe, von und mit denen ich Neues lernen kann. Eine abflachende Lernkurve ist für mich immer wieder Auslöser dafür, entweder nach neuen Themen Ausschau zu halten oder nach Wegen zu suchen, um dem bestehenden Thema eine Extraportion ‚Lernpotential’ zu geben. Das kann etwa durch Veränderung der Ziele, des Teams oder Methodik geschehen. Warum z.B. im laufenden Strategieprozess nicht mal darüber nachdenken, kreative, innovative Elemente einzubauen oder die Mitarbeitenden des Unternehmens früher einzubeziehen? Versprochen – Lernen ist garantiert, nach dem Motto: „Sometimes you win, sometimes you learn“.
  • Einfluss: Die meisten von uns wollen im Arbeitsumfeld etwas bewegen. Dazu brauchen wir die Möglichkeit, innerhalb des Teams oder darüber hinaus in der Organisation Einfluss nehmen zu können. Eigene Ideen entwickelt, Konzepte geschrieben, Projekte vorangetrieben, die dann niemanden mehr interessieren? – Das frustriert, und zwar eher früher als später. Umgekehrt zu sehen, dass eigene Ideen oder Projekte umgesetzt werden und irgendwo im Unternehmen eine Veränderung sichtbar wird – Das motiviert schon, oder?
  • Anerkennung: Es stimmt, ich brauche ab und zu ein ehrlich gemeintes, anerkennendes Feedback auf das, was ich tue. Und ich versuche, das bewusst auch für andere zu leben. Das kann ab und zu mal ein ‚Danke’, ein Lob oder durchaus auch konstruktive Kritik sein (da sind wir wieder beim Aspekt ‚Lernen’). Anerkennung zeigt sich auf verschiedene Weise, und wir alle haben unterschiedlichen Bedarf und reagieren verschieden auf die unterschiedlichen Formen der Anerkennung – von einer wertschätzenden Bemerkung nach dem spannenden, intensiven Workshop bis hin zur finanziellen Anerkennung.

Es gibt weitere wichtige Aspekte – gute Vorgesetzte, ein gutes Team und ein angenehmes Arbeitsumfeld sind solche Beispiele. LEA ist nur einer von mehreren Gradmessern für Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit im Job.

 

Mein Vorschlag ist dennoch, immer mal wieder zu hinterfragen, ob das LEA-Prinzip noch zutrifft:

  • Lerne ich weiter dazu? Zeigt meine persönliche Lernkurve nach oben? Sind wir als Organisation und als Team lernbereit?
  • Kann ich etwas bewegen? Macht meine Arbeit einen Unterschied? Habe ich einen guten, gesunden Einfluss auf andere?
  • Bekomme ich die Anerkennung, die ich mir wünsche?

Wir haben das vor kurzem zusammen in unserem Team diskutiert – Fazit war: „LEA ist cool“. Vielleicht ist das Prinzip auch ein guter Einstieg für das nächste Mitarbeitergespräch: „Wie läuft es eigentlich mit dir und LEA?“